Panels mit René Lamsfuß, Lothar Prison und Susanne Wallraff

Die Medientage München (25. bis 27. Oktober 2016) zogen auch dieses Jahr wieder Vertreter aller Mediengattungen an – und selbstverständlich waren auch Manager und Experten der deutschen Mediaagenturen zugegen. Neben der Eröffnungsrede von Bundeskanzlerin Angela Merkel (hier im Video) bot die dreitägige Veranstaltung ein umfassendes Programm mit Paneldiskussionen, Vorträgen und Seminaren. Gleich mehrere Experten aus dem Hause Publicis Media brachten hier Meinung und Know-how ein und diskutierten leidenschaftlich über die Herausforderungen, denen sich Werbe- und Medienbranche in den kommenden Monaten stellen muss.

„Wir haben mit der AGF ein einzigartiges Tool“

Susanne Wallraff (Publicis Media) auf den Medientagen München

Susanne Wallraff (Publicis Media) begrüßt das neue Sky-Panel, das lineare und nicht-lineare Nutzung der Sky-Plattformen misst. (Foto: Medientage)

Gleich am ersten Veranstaltungstag diskutierten Mediaagenturen (vertreten durch Susanne Wallraff, Chief Investment Officer Publicis Media) Sender, Vermarkter und werbungtreibende Unternehmen über die Zukunft der Reichweitenmessung in dem fragmentierten Bewegtbildmarkt. Die Digitalisierung hat eine Vielzahl von Nischensendern mit speziellen Zielgruppen hervorgebracht. Diese kleinen Sender und Pay-TV-Anbieter stehen vor der Herausforderung, ihre Reichweiten möglichst präzise darzustellen, damit Werbungtreibende und ihre Agenturen genauere Buchungsentscheidungen treffen können. Die Zahlen, die die AGF veröffentlicht, weisen gerade bei kleineren Sendern jedoch hohe Schwankungsbreiten auf. Sie können die neue TV-Welt nicht realitätsgetreu abbilden. Daher hat Sky sich entschieden, ein neues Zuschauer-Panel mit 15.000 Haushalten aufzusetzen – zur strategischen Weiterentwicklung der Vermarktung und zur Optimierung von Programmangeboten. „Spannend“, fand Susanne Wallraff, warnte aber davor, dass sich damit eine zweite Währung etabliert. „Wir haben mit der AGF, trotz aller Einschränkungen, ein einzigartiges Tool in Deutschland“, so Wallraff.

Media-Standards 4.0

René Lamsfuß, Chief Research Officer Publicis Media und Sprecher der FOMA, diskutierte in großer Runde über die Zukunft von Standards im Mediageschäft. AGF, agma, AGOF und IVW haben gemeinsam für den deutschen Werbemarkt ein System sich ergänzender Werte und Verfahren geschaffen, dessen Synergien heute in besonderem Maße gefordert sind: Welche Werte für Werbeträger braucht der Markt in Zeiten des Wandels? Was können und sollten die Marktteilnehmer von den globalen Internetriesen Google, Facebook, Amazon erwarten?

„Egozentrisch, sozial und bodenständig“

Rene Lamsfuß auf den Medientagen

Rene Lamsfuß (Publicis Media) erklärt auf den Medientagen, wie Millennials ticken. (Foto: Medientage)

Die Generation der so genannten „Millennials“ scheint ein wandelnder Widerspruch zu sein. René Lamsfuß gab Einblicke aus der Zenith-Studie „The Pursuit of Happiness – Germany 2016„.

Lamsfuß: „Millennials sind gleichermaßen egozentrisch, bodenständig und ausgesprochen sozial. Das scheint auf den ersten Blick widersprüchlich, ist es aber nicht. Millennials möchten ihre Träume verwirklichen (Stichwort Ego).

Sie wissen aber genau, was sie wollen, und haben konkrete Vorstellungen, was zum Beispiel ihre Karriere angeht. Gleichzeitig sind ihnen soziale Beziehungen enorm wichtig, wobei die Familie für sie an erster Stelle steht, noch vor Liebe und Partnerschaft (Stichwort sozial).

Konservative Werte sind für die junge Zielgruppe von großer Bedeutung, sie sucht nach Sicherheit und Beständigkeit. (Stichwort bodenständig)

Programmatic Radio: Automatisch mehr Umsatz?

Lothar Prison (Publicis Media) sieht in Programmatic Advertising Chancen für die Radiovermarkter (Foto: Medientage)

Lothar Prison (Publicis Media) sieht in Programmatic Advertising Chancen für die Radiovermarkter (Foto: Medientage)

Die Digitalisierung wirft auch Planung und Einkauf von Radiowerbung über den Haufen. Noch laufen die Buchungsprozesse vorwiegend von Hand, in naher Zukunft werden die Buchungsprozesse hingegen automatisch über eine Software erfolgen. Sender und Vermarkter sehen Programmatic Buying mitunter skeptisch. Sie fürchten, die Kontrolle über ihr Inventar zu verlieren. Lothar Prison, Chief Digital Officer Publicis Media sieht in Programmatic Advertising eher Chancen für die Radiosender und -vermarkter. Denn wenn sie ihr Inventar mit zusätzlichen Nutzerdaten anzureichern, können sie es teurer vermarkten und so ihren Umsatz sogar steigern. Die zu Publicis Media gehörende Agentur Zenith hat unlängst die erste vermarkterübergreifende, programmatische Radiokampagne umgesetzt.

Schreiben Sie uns!

Wir melden uns zeitnah bei Ihnen.

Not readable? Change text. captcha txt
presse-dirk-lux-teaser